Der Route 66 "Tattoo Man"

Ron Jones 1

Wer hat denn da unser "Route 66 Germany"-Logo am Hals tätowiert? Das ist Ron Jones, genannt der "Route 66 Tattoo Man". Dieses Tattoo ist jedoch nicht das Einzige: über 130 Tattoos von der Route 66 trägt der Route 66-Enthusiast Ron aus Bartlesville (Oklahoma) am ganzen Körper mit sich herum und zeigt sie auch gerne bei den diversen Route 66-Festivals oder auch neugierigen Touristen.

Ron war oft an der Packard Station in Afton anzutreffen, seit die Inhaberin jedoch 2016 überraschend gestorben ist, sieht man ihn nur noch auf den Festivals und Events an der Route 66.

Zu den Veranstaltungen reist er mit seiner zweiten Leidenschaft an: außergewöhnliche Fahrzeuge. In seinem Besitz befindet sich u.a. ein Custom-Trike und ein Cadillac-Oldtimer aus dem Jahr 1957, den er 2014 bei den bekannten Customizern "Count's Kustoms" in Las Vegas von Grund auf restaurieren ließ. In der gleichnamigen TV-Serie wurde davon eine eigene Episode gedreht.

 

Ron Jones 2

Stolz zeigt Ron seine Tattoos bei unserem Besuch an der Afton Station im Jahr 2015.

 

Ron Jones 4

Ein Autogramm des Tattoo Mans auf meiner Road Captain-Kutte (2015).

 

Ron Jones 5

Mit seinem Custom Trike führte er anschließend unsere Gruppe ein paar Meilen bis nach Claremore.

 

Ron Jones 6

Sein restaurierter Cadillac vor dem Elbow Inn in Missouri. Der 1957 Chevy ist DER Klassiker unter den US-Oldtimern überhaupt!


Am Continental Divide in New Mexico

Continental Divide

Die kontinentale Wasserscheide ("Continental Divide") zieht sich auf den Rocky Mountains von der kanadischen Grenze im Norden bis hinunter in den Süden nach New Mexico. Auch auf der Route 66 kommt man zwischen Albuquerque und Gallup an solch einer Wasserscheide vorbei.

Auf dieser Damentoilette am Continental Divide wird das Phänomen recht anschaulich erklärt: sitzt man auf die linke Toilette, wird die Kloake in den Pazifischen Ozean gespült, verrichtet man seine Bedürfnisse auf der rechten Toilette, wird sie in den Atlantischen Ozean (in diesem Fall der Golf von Mexico) gespült.

So hat eben jeder die Wahl...

 


Die Geschichte der "Muffler Men"

Die Riesen aus Fiberglas als Werbefiguren am Straßenrand

Gemini Giant WilmingtonWenn man in den 1960/70er Jahren eine Reise durch die USA unternommen hatte, sah man immer wieder "Muffler Men" am Straßenrand stehen. Die aus Fiberglas gegossenen Titanen sind ein Paradebeispiel für Straßenkitsch, den man heute fast nur noch an der Route 66 findet. Die bekanntesten Statuen, ursprünglich benannt nach ihrem Erfinder Paul Bunyan, hatten immer einen Körper aus derselben Form: stehend, Arme ausgestreckt, rechte Hand geöffnet nach oben, linke Hand geöffnet nach unten. Der Kopf und das Objekt in ihren Händen konnten jeweils angepasst werden. So entstanden - je nach Werbezweck - die unterschiedlichsten Figuren: Holzfäller mit Axt, Pirat mit Schwert, Automechaniker mit Auspuff, Cowboy mit Gewehr, Astronaut mit Rakete oder Farmer mit einem Hot Dog.

Irgendwie erinnert uns dieses Verfahren an die heutige Herstellung der Nikoläuse oder Osterhasen aus Schokolade, welche auch fast immer dieselbe Grundform haben und denen je nach Marke und Hersteller eine individuell gestaltete dünne Aluminiumfolie übergezogen wird.
Die Figuren wurden von 1963-1976 von der International Fiberglass Company aus Venice (Kalifornien) gegossen bzw. hergestellt und in ganz USA vertrieben.

Obwohl sich der Begriff "Muffler Man" (Auspuffmann) auf eine bestimmte Figur mit einem Autoschalldämpfer in der Hand bezieht, der auf eine Karossieriewerkstatt aufmerksam machen sollte, ist dieser zum Allgemeinbegriff für die riesigen Straßenstatuen geworden, die früher und heute zur visuellen Werbung eingesetzt werden.

Der erste "Muffler Man" war eine Statue, mit der das Paul Bunyan Café an der Route 66 in Flagstaff beworben wurde. Daher auch der Name für diese Grundform (Paul Bunyon-Statue).
Die Herstellung eines "Muffler Man" kostete zur damaligen Zeit ca. 1.000,- bis 3.000,- US-Dollar und bedeutete eine effektive und  preiswerte Werbung. Die bis zu 10 Meter hohen Figuren am Straßenrand stachen dem Betrachter unweigerlich ins Auge.

Auf dem Höhepunkt der "Muffler Man"-Ära standen tausende solcher Figuren entlang der amerikanischen Highways, darunter auch einige Exoten für Geschäftsketten wie z.B. Sinclair Oil in Form eines Dinosauriers (die Darstellung ihres Logos) und Phillips Oil, an deren Tankstellen Figuren in Form von Cowboys aufgestellt wurden.

Als nach dem Bau der Interstates (Autobahnen) der Verkehr auf den Highways rapide abnahm, ging auch die Nachfrage nach den Werbefiguren zurück. Die Ölkrise im Jahr 1973, welche die Herstellung von Fiberglas enorm verteuerte, war schließlich der Todesstoss für die International Fiberglass Company und somit auch für die Herstellung der "Muffler Men".

An der Route 66 findet man heute noch 9 Exemplare:

  1. "Gemini Giant" in Wilmington, Illinois
  2. "Hot Dog Man" in Atlanta, Illinois (stand früher in Cicero bei Chicago)
  3. "Lauterdale Man" in Springfield, Illinois
  4. "Beach Boy" bei der Pink Elephant Antique Mall in Livingston, Illinois (keine Paul Bunyon-Figur)
  5. "Harley-Davidson Man" bei der Pink Elephant Antique Mall in Livingston, Illinois (kleine Ausführung, stand früher in Kansas)
  6. "Space Cowboy" bei Buck's Atomic Cosmic Curious on 66 in Tulsa, Oklahoma (seit Mai 2019)
  7. "Cowboy Muffler" bei John's Used Cars in Gallup, New Mexico
  8. "Lumberjack" am Eingang der Northern Arizona University in Flagstaff, Arizona
  9. "Chicken Boy" in Los Angeles, Kalifornien (keine Paul Bunyon-Figur)

Muffler Men Uebersicht

 Übersicht der "Muffler Men" an der Route 66.

 

Sinclair Dinosaur Wyoming

Eine andere Fiberglas-Form ist der Dinosaurier, das Logo der "Sinclair Oil"-Kette, gesehen in Wyoming.


Die Entwicklung der Infrastruktur

Auf diesem Bild (Google Earth) zwischen Sayre und Erick im Bundesstaat Oklahoma ist sehr anschaulich die Entwicklung der Route 66 im Laufe der Jahre zu erkennen: Von rechts nach links ist die Eisenbahntrasse zu sehen, daneben der Verlauf der alten Route 66, die am Anfang noch einspurig verlief. In der Mitte des Bildes der spätere Ausbau der Route 66 überwiegend auf zwei Spuren, so wie sie auch heute noch befahrbar ist. Links schlussendlich die heutige Interstate 40 (Autobahn) mit ihrem typisch breiten und begrünten Mittelstreifen.

Genau so entwickelte sich auch die Infrastruktur bei der Besiedelung des amerikanischen Westens: zuerst bewegten sich die Menschen auf Flüssen vorwärts, Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Eisenbahn und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Straßen begonnen, die zu Beginn überwiegend entlang der Eisenbahn oder den Siedlerpfaden ("Trails") verliefen.
 

Hier noch ein Beispiel der Route 66 bei Dwight in Illinois:

Links die Eisenbahnschienen (heute zweigleisig), daneben die neuere, ausgebaute Route 66. In der Mitte ist noch ein kurzer Abschnitt der ursprünglichen Route 66 sichtbar, am rechten Bildrand wieder die Interstate 55.

Straßenverlauf Dwight

 


Eine Führung durch das "Old Joliet Prison"

Das "Old Joliet Prison" wurde in den 1850er Jahren gebaut und beherbergte berüchtigte Kriminelle wie Leopold, Loeb und Gacy. Im Gefängnis befanden sich auch berühmte Persönlichkeiten, darunter Joliet Jake Blues ("The Blues Brothers") sowie Michael Scofield und Lincoln Burrons ("Prison Break").

Derzeit werden Führungen montags, mittwochs und samstags um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr angeboten.

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