Gedanken zur Route 66

Spencer

Wir erhalten durch unsere langjährigen Kontakte an der Route 66 einen guten Einblick in die Geschichte und hinter die Kulissen der "Mother Road".

Vieles verändert sich im Laufe der Jahre an der alten Straße. Immer mehr Zeitzeugen der glorreichen Zeit treten aus dem Leben, ehemalige Highlights an der Straße verkommen, werden verkauft oder fallen Naturkatastrophen zum Opfer. Besitzer von Motels oder Souvenirshops wechseln, zerstörte Institutionen werden mit Liebe und Herzblut und mit wenig Geld wieder aufgebaut.

Die Menschen kommen und gehen, aber die Route 66 bleibt!

Es ist schön zu sehen, dass trotz allem diese nostaligische Straße ihren unverwechselbaren Charme erhält und den Besuchern aus aller Welt jedes Jahr eine unvergessene Zeit mit unglaublichen Eindrücken beschert.

 

Wie lange es dauert die Route 66 zu fahren


0904 MidpointPlane mehr Zeit ein

Im Allgemeinen lassen Dir Reisebüros oder Tourveranstalter viel zu wenig Zeit, die alte Straße richtig zu genießen und zu erleben. Bist Du alleine unterwegs und hast vielleicht mehr Tage zur Verfügung, kannst Du Dir die Strecken viel individueller einteilen. Du läufst allerdings Gefahr, viel Zeit durch Suche und Falschfahren zu verlieren.
 

Der Trick, um die Route 66 richtig zu genießen

Denke daran, dass Du nicht zu einem Ziel unterwegs bist, denn "der Weg ist das Ziel"! Von Anfang bis zum Ende bist Du am Ziel Deiner Reise. Also entspanne Dich und genieße es.

Bleibe so weit wie möglich von der Autobahn entfernt, sie sind das genaue Gegenteil der heutigen Route 66.

Nimm Dir Zeit um anzuhalten, Fotos zu machen, die noch existierenden Geschäfte zu besuchen, zu stöbern, mit den Einheimischen sprechen (sie sind allesamt sehr freundlich und aufgeschlossen) und amüsiere Dich einfach!
 

Faustregeln

Fahre weniger als 200 Meilen (~ 320 km) am Tag. Idealerweise so um die 150 Meilen (~ 240 km), es sei denn, Du bist in der Mohave-Wüste unterwegs.

Maximiere die Anzahl Deiner Fahrtage. Es kann viel Spaß machen, ein oder mehrere Tage am gleichen Ort zu bleiben. Ist Deine Gesamtzeit jedoch begrenzt, gehen diese Tage natürlich auf Kosten der restlichen verfügbaren Zeit.

Sei vorsichtig bei Abstechern, sie benötigen eine enorme Menge an Zeit.

Um die Route 66 wirklich und intensiv zu genießen, wirst Du 3-4 Wochen benötigen.
 

Wenn Du unter Zeitdruck stehst

Natürlich hat nicht jeder so viel Zeit (oder Geld) für solch einen Urlaub. Wenn Du unter Zeitdruck stehst, ist es besser, die Reise in Abschnitte aufzuteilen. Z.B. nur eine Hälfte der Strecke zu fahren. Hebe Dir die 2. Hälfte für das nächste Jahr auf.

Das nostalgische Konzept, die Route 66 auf einmal komplett und intensiv zu fahren, wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber die historische Straße macht viel mehr Spaß ohne Zeitdruck! Lieber die Strecke in 2 Abschnitten zurückzulegen, als zweimal alles zu fahren und trotzdem viel zu übersehen.

Wenn Du dennoch abkürzen willst, bleibt nur die Interstate. Es dauert 4 Tage um auf der Autobahn von Chicago nach Los Angeles zu fahren. Du wirst jedoch von der Route 66 überhaupt nichts sehen, Du wirst alles vermissen. Diese Angabe ist nur für diejenige nützlich, die nach der Absolvierung vielleicht wieder von Los Angeles nach Chicago zum Ausgangspunkt zurückfahren wollen.
 

Wenn Du dennoch abkürzen willst: Route 66-Etappen fahren ohne anzuhalten

Trotzdem wirst Du mindestens 8 Fahrtage auf der Route 66 benötigen. Du wirst dabei ca. 300 Meilen ( ~ 420 km) am Tag zurücklegen müssen. Dabei setzen wir voraus, dass Du die ausgeschilderte Route fährst, d.h. durch Städte mit ihren Haltestellen, Ampeln, Schulzonen etc. Du solltest Dich dabei nicht verfahren, asphaltierte Straßen vermeiden, nicht in Sackgassen fahren und keine Erkundungstouren unternehmen.

Denke daran, dass Du keine Zeit haben wirst um hunderte von Dingen anzuschauen, Sachen zu fotografieren oder Dich mit Einheimischen zu unterhalten.

Aber es ist das Minimum um später einmal sagen zu können, dass Du die komplette Route 66 gefahren bist!
 

Abstecher

Sidetrips können ziemlich lustig und interessant sein, aber sie haben alle eines gemeinsam: sie nehmen viel Zeit in Anspruch.

Lass Dich nicht zu sehr davon ablenken. Die Route 66 an sich ist schon besonders, so dass Du mit ihr und ihren Sehenswürdigkeiten auf Deiner ganzen Reise beschäftigt sein wirst. Trotzdem ist die Versuchung groß, auch Abstecher ins benachbarte Umland zu machen, wenn man schon einmal in dieser Gegend ist.

Bei manchen Abstechern läufst Du aber Gefahr, beliebte und interessante Dinge an der Route 66 verpassen!

Das beste Beispiel ist der Sidetrip von Kingman (Arizona) nach Las Vegas und von dort wieder auf die historische Straße nach Barstow (Kalifornien): Du bist dabei unter Umständen gezwungen, beliebte Orte an der Route 66 wie Cool Springs (AZ), Oatman (AZ), Needles (CA) oder Amboy (CA) auszulassen.
 

Wähle Deine Übernachtungen gezielt aus

Die meisten Reisebüros oder große Reiseveranstalter tendieren dazu, ihre Übernachtungen in größeren Städten zu machen. Aber es macht genauso viel Spaß in kleineren Orten zu übernachten. Achte darauf, dass Deine Stopps in etwa gleichen Abständen liegen und nicht weiter als 200 Meilen (~ 320 km) voneinander entfernt sind. Ausnahme ist die Mohave-Wüste, aber dort gibt es kaum einen Grund oft anzuhalten.

Wenn Du langsamer unterwegs bist, viele Bilder machen willst, Dich gerne und längers mit Einheimischen unterhalten möchtest als der Durchschnitt, dann plane nicht mehr als 150 Meilen (~ 240 km) pro Tag ein.
 

Zusammenfassung

  • Wenn Du weniger als 10 Fahrtage zur Verfügung hast: Versuche Dich auf einige wenige Abschnitte zu beschränken, die Du intensiv absolvierst. Du wirst mehr Spaß haben!
     
  • Ab 14 Fahrtagen hast Du genügend Zeit, die Route 66 intensiver zu (er)fahren. Je mehr Zeit Du hast, desto mehr kannst Du Dinge tun wie z.B. Einheimische kennenzulernen oder Abstecher ins Umland zu machen.
     
  • 3 Wochen und mehr gibt Dir die Möglichkeit, die Reise Deines Lebens zu machen! Du hast Zeit, Dich an manchen Orten länger als einen Tag aufzuhalten, Straßenführungen aus verschiedenen Epochen der Route 66 fahren, alte oder stillgelegte Straßenabschnitte finden, an schwer zugänglichen Stellen zu wandern usw.
     
  • Einige echte "Roadies" wie z.B. der berühmte Bob Waldmire († 2009) können so den Rest ihres Lebens auf der Route 66 verbringen, immer hin und her fahren, so dass der wahre Fan der Route 66 keine zeitliche Obergrenze findet...

©2019 W.Werz

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Die Route 66 im Wandel der Zeit


Eine der ältesten Straßen der Vereinigten Staaten von Amerika, die Route 66, war einst Strohhalm und Leuchtfeuer zugleich für Arbeitssuchende und Familien auf der Suche nach dem amerikanischen Traum. Heute ist sie zu einer "Ferienstraße" mutiert.

DinerIm Jahr 1926 errichtet, auch bekannt unter den Namen „Will Rogers Highway“, verlief die Route 66 von Chicago am Lake Michigan im Bundesstaat Illinois bis nach Santa Monica an der kalifornischen Pazifikküste. Die Straße durchquert mit Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona und schließlich Kalifornien insgesamt acht verschiedene Bundesstaaten. Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 2.448 Meilen (3.940 km).

Der Verkehr auf der Route 66 entwickelte sich in den 1930er Jahren schnell zu einem Strom von hoffnungsvollen Patrioten in Richtung Westen, die in der Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs im Land auf der Suche nach Arbeit und Einkommen für sich und ihre Familien waren. Die Sandstürme und jahrelange Missernten in Missouri und Oklahoma in diesen Jahren bewogen außerdem viele Farmer, von heute auf morgen ihre Höfe zu verlassen, ihr ganzes Hab und Gut auf einen Lastwagen zu laden und sich mit ihrer Familie auf die beschwerliche Reise nach Westen zu machen. Ihr Ziel hieß Kalifornien mit seinem konstant milden Klima, wo angeblich laufend Erntehelfer und Arbeiter gesucht wurden.

An der Route 66 entstand eine neue Art von Restaurants, sogenannte "Diner". Aber auch Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Motels und Souvenirstände waren für Jahrzehnte typische Merkmale für diese Straße. Viele Durchgangsstraßen machten mit ihren grell-buntern Neonbeleuchtungen die Nacht zum Tag. Für das schnellere Vorwärtskommen ohne langwierige Essenspausen schnellten Fast-Food-Restaurants wie Pilze aus dem Boden, teilweise sogar schon mit sogenannten „Drive-Throughs“. Man musste jetzt nicht mehr aussteigen und konnte die Mahlzeit während der Fahrt zu sich nehmen.

Die heute historische Straße wurde durch Filme und Musiktitel der Popkultur national und international bekannt. Pop- und Rockgrößen von Nat King Cole bis zu den Rolling Stones coverten das Lied "Get your Kicks on Route 66" von Bobby Troup und trugen es in die ganze Welt hinaus. In den 1960er Jahren gab es in den USA auch eine gleichnamige Fernsehserie, die an dieser Straße spielte.
 

StrassenarbeitenMehr als nur ein Highway: "A Cultural Way of Life"

Die Route 66 hatte viele Namen, unter anderem "Will Rogers Highway", "The Great Diagonal Highway", "Mother Road" oder auch "Mainstreet of America". Die Straße war über Jahrzehnte allgemein als nationale Essenz der patriotischen amerikanischen Ideale anerkannt: Familien am Straßenrand genossen Burger mit Pommes Frites und handgemachte Milchshakes, während sie zuschauten, wie die Familienväter an ihren im eigenen Land gebauten Autos herumschraubten.

Die US Highway 66 Association, die für die Infrastruktur der Highways zuständig war, erkannte die Route 66 als wichtigen Beitrag zum Familienleben und zum finanziellen Wachstum. Diese Erkenntnis förderte den Ausbau dieses Highways und ermöglichte die Pflasterung bzw. Asphaltierung der kompletten Straße in seiner Gesamtheit, so dass im Jahr 1938 die Route 66 die erste voll asphaltierte Straße der Vereinigten Staaten von Ost nach West wurde. Andere Straßen in den USA folgten in den Jahren danach mit den Standards der Route 66, erreichten aber bis heute längst nicht diese Bedeutung.
 

Der Höhepunkt der Route 66 und der Niedergang zur Touristenattraktion

In der Folge des Sieges im 2. Weltkrieg gab es in den 1950er Jahren eine Zunahme des Tourismus der Vereinigten Staaten und eine damit einhergehende Expansion des Straßenverkehrsaufkommens. Die Route 66 wurde jetzt zusätzlich auch als Ferienstraße auf dem Weg in das sonnige Süd-Kalifornien genutzt. Familien, Paare und Freunde genossen im Vorbeifahren die Vielzahl der Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in der Nähe, z.B. den Grand Canyon, der Meteor Crater, die Frozen Custard-Stände mit ihrem selbstgemachten Joghurteis oder die zahlreichen Reptilien-Farmen und Zoos.

Bald schon war trotz vieler Begradigungen und Routenänderungen die Kapazität der Route 66 erschöpft und so wurde 1956 in den USA unter Präsident Dwight D. Eisenhower der Bau eines nationalen Autobahnnetzes beschlossen (Interstate Highway Act).  Eisenhower war als General im 2. Weltkrieg in Deutschland stationiert und hatte dort die deutschen Autobahnen gesehen, die damals den Zweck hatten, Waffen und anderes Kriegsmaterial so schnell wie möglich an die Front zu bringen.
Der Bau von Autobahnen (Interstates) in den Vereinigten Staaten ermöglichte der heimischen Wirtschaft schnellere und günstigere Transportwege für ihre Lkws und den Amerikanern allgemein ein einfacheres und schnelleres Reisen jenseits der Bundesstaatsgrenzen.

Der Bau der Interstates von Chicago nach Los Angeles  - und damit der Niedergang der Route 66 - dauerte insgesamt fast 30 Jahre. Jedes Mal, wenn ein neuer Autobahnabschnitt eröffnet wurde, verkam die Route 66 in diesem Bereich zu einer „Geisterstraße“, weil jeder nur noch auf der neuen Autobahn fuhr.  Die Folge: die Besitzer der Diner, Tankstellen, Werkstätten, Motels und Souvenirläden an der Route 66 hatten von heute auf morgen kein Einkommen mehr und verließen überstürzt ihre Häuser und Geschäfte auf der Suche nach einem anderen Lebensunterhalt. Am 13. Oktober 1984 wurde das letzte Teilstück bei Flagstaff/Williams in Arizona für den Verkehr freigegeben und die Route 66 war jetzt zu 100% durch die fast parallel verlaufende Interstate ersetzt. Sie war jetzt für den Fernverkehr überflüssig und hatte keinerlei Bedeutung mehr.
 

Die Renaissance der Route 66

Sign OklahomaDrei Jahre später wurde von Anwohnern der Route 66 in Seligman die erste „Route 66 Association“ in Arizona gegründet, die sogleich Nachfolger in den anderen sieben Bundesstaaten fand. Gemeinsam erreichten sie, dass die Route 66 - inzwischen auch von den Straßenkarten als solche verschwunden - vom U.S.-Kongress als historische Straße („Historic Route 66“) anerkannt wurde.

In den folgenden Jahren wurden entlang der „Ferienstraße Route 66“ nach und nach viele Diner, Tankstellen, Motels und Souvenirgeschäfte restauriert, renoviert und wieder eröffnet.

Einen kurzen Popularitätsschub erlebte die Route 66 nochmals nach der Veröffentlichung des Disney/Pixar-Films „Cars“ im Jahr 2006 mit der Situation der alten Route 66 als Handlungsgrundlage. Für viele Eltern, die damals noch als Kinder mit ihren Eltern auf dieser Straße gefahren sind, wurde die Sehnsucht, auf der alten Straße zu fahren, plötzlich wieder real.

Für die vielen ausländischen Touristen, die jedes Jahr die Route 66 befahren, ist sie immer noch ein Synonym der „guten alten Zeit“.

Die Route 66 hat ihren Platz in den amerikanischen Geschichtsbüchern und der amerikanischen Kultur heute absolut verdient.

©2015 W. Werz (Bildquelle: J. Sonderman, St. Louis)

 

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Warum es die Route 66 nicht mehr gibt


InterstateEs gibt kaum eine andere Straße, welche die Nostalgie des goldenen Zeitalters des Reisens mit dem Auto repräsentiert, wie die Route 66.

Als sie im Jahr 1926 eröffnet wurde, hatte sie ursprünglich nur den pragmatischen Zweck, die kleinen Städte von Ost nach West komfortabel und effizient zu verbinden.

In den 1950er Jahren entwickelte sich die rund 4.000 km lange Straße zu einer Attraktion an sich, mit charmanten Drive-Ins, kitschigen Hotels, kleinen Freizeitparks, leuchtenden Neonschilder und Touristenfallen am Straßenrand.

Die Route 66 inspirierte John Steinbeck 1939 zu seinem Buch "Früchte des Zorns", war in den 1960er Jahren die Grundlage einer amerikanischen TV-Serie und unterstützte von Anfang an zahlreiche kleine Familienunternehmen, welche die Vorbeireisenden auf dieser Straße bedienten.

Wie also kommt es, dass die geliebte "Main Street of America" heute, 30 Jahre nach ihrer Blütezeit, nur noch eine wenig befahrene Straße in teilweise schlechtem Zustand ist?
 

Drei Worte: Die Eisenhower Interstate.

Im 2. Weltkrieg sah General Eisenhower, wie auf den deutschen Autobahnen militärisches Material schnell und effizient an die Front befördert wurde. Im Jahr 1956, Eisenhower war mittlerweile Präsident der Vereinigten Staaten, erließ er den "Interstate Highway Act", zum einen um dem hohen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden und zum anderen um eine schnelle Evakuierung der großen Städte im Falle eines nuklearen Angriffs zu ermöglichen.

Für die Route 66 und den Menschen, die auf sie angewiesen waren, bedeutete dies, dass Teile der Mother Road ausgebaut, erneuert, ersetzt oder komplett umgangen wurden. Die ursprüngliche Strecke war in der 1970ern Jahren fast vollständig überflüssig und wurde am 27. Juni 1985 vollends außer Dienst gestellt. Den damaligen U.S. Highway 66 von Chicago nach Santa Monica sucht man bis heute vergebens auf den amerikanischen Straßenkarten.

Der Großteil der historischen Strecke, nämlich 85 Prozent, ist jedoch tatsächlich heute noch erhalten. Das Wig Wam Motel und und andere Attraktionen sind nach wie vor in Betrieb, unterstützt u.a. durch die 1999 ins Leben gerufene "Route 66 Corridor Preservation". Und es werden in den nächsten Jahren noch mehr werden: einige Organisationen rund um die "U.S. 66 Highway Association" sind aktiv und widmen sich um die Erhaltung der Fahrbahn, seiner Beschilderung, um die historischen Stätten und den Sehenswürdigkeiten entlang der Route 66.

Vielleicht wird die Mother Road zu ihrem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2026 wieder Millionen von Amerikaner und Touristen auf ihrem Abenteuern nach Westen komplett zur Verfügung stehen.

©2015 W.Werz

 

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Der Reiz der Route 66


Nach der mittlerweile achten Befahrung der Route 66 (drei Mal die ganze Strecke, fünf Mal auf Teilstrecken) fühle ich immer noch eine zunehmende Begeisterung und Inspiration für diese Straße.

Und oft, wenn ich auf den einsamen Abschnitten dieser "Mutter aller Straßen" unterwegs bin, denke ich darüber nach, welche Bedeutung dieser Mythos hat, worin der Reiz auf das Abenteuer "Route 66" wohl heutzutage besteht.
 

Hier meine Schlußfolgerungen:

1. In erster Linie ist es die Straße selbst.

Sie führt durch 8 Bundesstaaten mit unterschiedlichen Landschaften, Menschentypen und Gesetzen. Es wird nie langweilig, man findet immer etwas Neues, auch wenn der Verkehr heute viel geringer als noch vor einigen Jahrzehnten ist. Es ist nicht nur interessant die Route 66 zu fahren, sondern sie auch zu suchen. Mit dem Bau der meistens parallel verlaufenden Autobahnen wurde die Route 66 einfach beiseite geschoben, unterschlagen, so dass sie komplett von den Straßenkarten verschwand. So ist es heute nicht immer einfach, die originale Strecke oder Teile von ihr zu finden. Es ist eine Art Herausforderung, die ein unglaubliches Gefühl von Befriedigung und Freude erzeugt. Der Weg ist das Ziel.

2. Die Route 66 ist nicht nur eine Straße bzw. ein Mittel um sein Ziel zu erreichen.

Es ist die Geschichte, in der man versinkt. Es sind die kleinen Motels, Cafés, Diner, Tankstellen, Autokinos oder auch nur die Häuser am Straßenrand, manchmal leer und verlassen, manchmal liebevoll restauriert und wieder in Betrieb genommen. Es sind die Geisterstädte, wo heute fast niemand mehr wohnt, wo aber der Geist der Historie lebt. Um es kurz zu sagen: wenn man sich entscheidet, die Route 66 zu fahren, ist es wie ein fast 4.000 km langer Spaziergang in einem "Museum für amerikanischen Zeitgeschichte" unter freiem Himmel.

3. Die Menschen, die man entlang dieser Straße trifft, sind die wahren Wächter der Straße.

Es sind Menschen, die niemals zulassen würden, dass die Route 66 vergessen und vernachlässigt wird. Menschen, die mit dieser Straße so eng verbunden sind, dass diese Tatsache bei fremden Touristen ungläubiges Staunen und Bewunderung hervorruft. Jeder von ihnen ist wie ein Charakter aus einem Kapitel eines Geschichtsbuches und hat sein eigenes persönliches Schicksal oder eine individuelle Anekdote zu der Route 66. Diese Menschen sind wie eine große Familie, die bereit ist, mit jedem Vorbeikommenden ihre Leidenschaft für diese Straße zu teilen.

4. Die Route 66 zu fahren ist nicht nur ein spannendes Abenteuer, es geht auch darum, Schwierigkeiten zu überwinden.

Dies gilt heute noch genauso wie in der Vergangenheit. Zum Beispiel die Wetterbedingungen: Hier kann man innerhalb eines Tages von heftigen Regengüssen, Stürmen und Gewitter in eine fast unerträgliche, tropische Hitze kommen. Auch dies ist ein Teil des Charmes der alten Straße. Es ist wie die Straße des Lebens, die auch nicht immer geradeaus läuft und nicht immer gut zu befahren ist. Aber mit Ausdauer und Geduld erreicht man sein Ziel und wird mit einer extra Portion Stolz und Zufriedenheit belohnt.

5. Heute ist die Route 66 ein Ort der Kraft und Einsamkeit,

wo man sich selbst mit seinen Sorgen vergessen kann, wo man Lösungen für seine Probleme findet, oder wo man sich durch Dinge, die bis dahin im Unterbewußtsein schlummerten oder die man nicht kannte, neu erfinden kann. Ich liebe es, manchmal am Straßenrand anzuhalten um der Stille zu lauschen. Das Schweigen ist hier einzigartig, fast laut. Und ich kann sagen, dass ich von dieser Straße mehr bekommen habe als ich je erwartet habe.

©2014 W.Werz

 

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